Podcasts: 5 Podcasts für mehr Meer im Leben

Podcasts sind beliebt. Ich höre sie meistens beim Sport oder in der Bahn. Meine Kinder haben mittlerweile die Hörbücher der von uns abonnierten Streaming-Dienste für sich entdeckt. Auch der Branchenverband Bitkom hat kürzlich bei einer Umfrage herausgefunden, dass jeder vierte Bundesbürger (26 Prozent) Podcasts hört. Im Vorjahr waren mit 22 Prozent etwas weniger. Jeder Elfte (9 Prozent) hört der Bitkom zufolge mindestens wöchentlich Podcasts, weitere 9 Prozent mindestens einmal im Monat. (Befragt wurden 1.003 Personen ab 16 Jahren).

Meine Lieblingssendung in Bezug auf Meeresthemen ist Mare Radio„, das ursprünglich jeden ersten Sonntag im Monat von 12:05 bis 14 Uhr auf Radio Bremen ausgestrahlt wird, aber eben auch bei Apple Podcasts auf dem Smartphone, podcast.de oder auf der Radio Bremen Internetseite anhören.

Inhalt: „Mare Radio“ ist so bunt wie das gleichnamige Magazin. Es gibt zu jeder Sendung einen Oberbegriff – etwa Europa: Fischgründe und Abgründe oder Expeditionen. Dabei wird das Thema auf allen möglichen Perspektiven betrachtet, also kulturell, maritim und kulinarisch. Es kommen Seeleute und Experten zu Wort, „Captain Cook“ gibt Kochrezepte mit Witz zum Besten, Reisetipps sind ebenso dabei wie Auszüge aus Büchern oder Gedichten.
Qualität: Wie nicht anders zu erwarten beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sind die Sendungen hervorragend abgemischt und von hervorragender Qualität.
Relevanz: Für Meer-Menschen ist Mare Radion meiner Meinung nach ein Muss. Dabei ist es unerheblich, ob du dich eher für die Nord- und Ostsee, für den Atlantik, den Pazifik, Fische, Fischer, Schiffe oder Schriftsteller interessierst. Bei „Mare Radio“ findest du bestimmt auch deine Lieblingssendung.
Bewertung: 5/5 Punkten (Inhalt: 2, Relevanz: 2, Qualität: 1)

Erst kürzlich habe ich den Podcast „SurfLifeBalance“ entdeckt. Zwar bin ich Windsurfer und kein Kiter, trotzdem höre ich Alex und Celine gerne zu. Die beiden erzählen von ihrem Leben als Kiter und teilen die Begeisterung mit ihren Hörern. Gestartet sind die beiden Ende 2017. Abonniert werden kann der Podcast bei Apple Podcasts, Spotify; hören kannst du die Folgen auf der Internetseite oder auf podcast.de.

Inhalt: In ihren Sendungen stellen sie den Kitesport an sich und Kitespots vor. Ausgestrahlt werden aber auch Gespräche mit anderen Wassersportlern wie Alice Kornelli (Deutsche Olympionikin im Kitesurfen), Bloggern und digitalen Normaden aus der Branche. Die Begeisterung der beiden ist einfach ansteckend und macht Lust auf Surf-Life-Balance (abgeleitet von Work-Life-Balance).
Qualität: Für ein Home-Studio ist die Qualität echt super. Nur manchmal gibt es einen „Blechdosen-Effekt“ (nur bei Telefoninterviews), ansonsten ist die Aufnahmequalität beider Sprecher hervorragend.
Relevanz: Wenn du dich für Wassersport interessierst, gerne Interviews mit interessanten Meer-Menschen hörst und dir Reisetipps von den Surfspots der Welt ins Ohr holen willst, ist dieser Podcast für dich genau richtig.
Bewertung: 4/5 Punkten (Inhalt: 2, Relevanz: 1, Qualität: 1)

Der „Küstenkommentar“ gefällt mir auch ganz gut. Seit Dezember 2017 teilt der Moderator – ja, wie heißt er denn eigentlich? – Interessantes von der (ostfriesischen) Nordseeküste. Hören könnt ihr den „Küstenkommentar“ auf der Internetseite und bei Apple Podcasts, Spotify und Deezer.

Inhalt: Wer mehrere Folgen hört, erfährt irgendwann, dass der Moderator Andreas heißt. Sympathisch macht ihn auch seine Spontanität und Planlosigkeit, die manchmal durchblitzt. Aber natürlich behandelt Andreas auch interessante Themen wie den zunehmenden Sandmangel, den Meeresspiegelanstieg sowie Lokales wie Boßeln und BikePolo.
Qualität: Für ein Home-Studio ist die Qualität ziemlich gut. Auch die Gäste sind gut verstehen.
Relevanz: Wenn du anderen Menschen gerne zuhörst, wie sie von ihrer Heimat (am Jadebusen) und ihrem Leben erzählen und dir Andreas Gedanken/Recherchen zu Meeresthemen anhören möchtest, solltest du Anden Küstenkommentar abonnieren.
Bewertung: 3/5 Punkte (Inhalt: 1, Relevanz: 1, Qualität: 1)

Wer die Menschen auf Sylt ein bisschen besser kennenlernen möchte, den empfehle ich „Zwischen Strand und Meer„. Jede Woche hat Michael Maulski in seinem Strandkorb einen Gast. Das sind Menschen, die auf der Insel leben und arbeiten. Zu Wort kommen lokale Kleinunternehmer, Strandkorbwärter, Rettungsschwimmer, Metallbauer oder auch Politiker. Zu hören bei Apple Podcasts, Deezer, Spotify und bei podcast.de.

Inhalt: Wer Sylter Geschichten und Geschichte erleben will und mehr über die Menschen, die auf der Nordseeinsel leben und arbeiten, erfahren will, der sollte diesen Podcast anhören. Die Interviewpartner – vom Bürgermeister über Christian Appel (Inhaber der Kaffeerösterei Sylt) bis zur Yoga Trainerin Anette Voelmy – erzählen von ihrem Beruf, ihrem Berufssegment und von ihrem Leben auf Sylt. Dabei ist Michael Maulski immer gut vorbereitet und lockt aus seinen Gesprächspartnern interessante Antworten heraus.
Qualität: Na ja, wer im Strandkorb aufnimmt, muss wohl damit leben, Nebengeräusche und wechselnde Lautstärken auf der Tonspur zu haben.
Relevanz: Wer Sylt liebt, sollte einschalten. Wer sich nicht für das Leben auf der Insel interessiert, der ist hier falsch.
Bewertung: 2,5/5 Punkte (Inhalt: 1, Relevanz: 1, Qualität: 0,5)

Über die „Ostsee-Perlen“ bin ich neulich das erste Mal gestolpert. Der Podcast wurde kürzlich vom Der Reporter gestartet. Hier reden die Kolleginnen Gesche Muchow und Kristina Kolbe über die Arbeit in der Redaktion in ihrem Neustädter Büro, über ihre Freizeit und Familien. Sie lesen Leser-, bzw. Hörerbriefe vor und teilen Kleinanzeigentexte. Zu hören auf soundcloud, Spotify und Apple Podcasts.

Inhalt: Die klingen ja ganz nett, die beiden. Das dachte ich, als ich mir den Podcast das erste Mal anhörte. Vor allem das Geplauder über die Arbeit in der Redaktion finde ich als Journalistin natürlich lustig. Die restlichen zwei Drittel der Sendung waren für mich als Nicht-Neustädter dann aber leider doch zu lokal geprägt. Ich kenne weder die Restaurants, noch die Schulen oder Orte, an denen die Frauen sich herumtreiben. Auch Leserbriefe und Kleinanzeigen funktionieren meiner Meinung nach nicht so richtig auf der akustischen Schiene.
Qualität: Da geht noch was. Leider ist der „Blechdosen-Effekt“ vor allem in den frühen Folgen noch sehr ausgeprägt. Später wird es etwas besser, aber meiner Meinung nach ist da noch Luft nach oben.
Relevanz: Wenn du Reallive-Talk magst, Neustadt in Holstein kennst und liebst und den beiden Frauen bei Freundinnen-Talk, gewürzt mit Arbeitsalltag, zuhören magst – abonnieren. Wenn dich davon nichts interessiert – lassen. Leider habe ich bisher kein Wort über Ostsee, Strand und Meer gehört.
Bewertung: 2,5/5 Punkte (Inhalt: 1, Relevanz: 1, Qualität: 0,5)

Eins möchte ich betonen: Das ist meine Meinung. Bitte hört euch die Podcasts selbst an und bildet euch ein Urteil. Keiner davon ist zum Wegschalten oder Fremdschämen. Es ist bestimmt für jede Zielgruppe etwas dabei: Sportler, Wissenshungrige oder Hörer, die Lust auf Lokalkolorit haben. Viel Spaß beim Anhören.

Über Anne_Kueste 116 Artikel
Moin. Ich heiße Ann-Christin Wimber, bin Freie Journalistin, Autorin und Bloggerin. Ich schreibe seit 15 Jahren für zahlreiche Fach- und Publikumszeitschriften, betreibe das Internetportal europas-kuesten.de und habe bis dato zwei Bücher verfasst. Natürlich beschäftigen sich diese mit dem Meer im weitesten Sinne ("Meerglas - suchen, finden, bestimmen" (2014); "Familienerlebnisführer für die Probstei und das Umland" (2017)). Mit dem Blog "Mein Meer" will ich das teilen, was mir am Herzen und meiner Seele am nächsten liegt - das Meer mit allen seinen Facetten.

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  1. Get Creative: Ein Besuch am Meer zum Ausmalen – Mein Meer

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