Plastik ist allgegenwärtig. Wir finden es in Zahnpasta als Mikropastik, es hält unseren Schnittkäse frisch und lässt uns Wasser mit zum Strand nehmen. 300 Millionen Tonnen produziert die Industrie jährlich, davon landen 10 Millionen im Meer. Da gleichzeitig die Rohstoffe auf unserem Planeten immer weniger werden, ist das wiederverwerten von ausgedientem Plastik – und vor allem von Müll – die naheliegende Lösung.

Früher war nachhaltige Mode etwas für sogenannte Ökos – Unterwäsche aus Baumwolle und Satin, Hemden und Hosen aus farblich wenig aufregendem Beige und Filzpuschen. Heutzutage sieht das ganz anders aus. Angesagte Modemarken und Surf-Label retten die Weltmeere und machen gleichzeitig tolle Klamotten.

Wirklich cool finde ich etwa die Sonnenbrille von Bureo; das Unternehmen mit Sitz in Ventura, California und Santiago, Chile recycled Fischernetze, die immerhin zehn Prozent des Plastikmülls im Meer ausmachen. Mittlerweile haben die Burea-Mitarbeiter 80.000 Kilogramm aus dem Meer gefischte und aufgebrauchte Netze gesammelt, gewaschen, geschreddert und eingeschmolzen. Mit diesem Rohstoff wird Sonnenbrillen, Skatebords, Shirts und Kappen zu neuem Leben verholfen.

Dem Plastikmüll den Garaus machen möchte auch die renomierte Surf-Marke O’Neill. Eigenen Angaben zufolge hat das Label 200.000 Plastikflaschen von den Stränden gesammelt und daraus die „O’Neill Blue„-Kollektion ins Leben gerufen. Die Intention: Das Meer und die Wellen wieder für die Surfer dieser Welt befahrbar machen; die 8 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle sinnvoll verwenden, die die Weltmeere überfluten. Badeanzüge und Leggings für die Frauen sowie T-Shirts und Schwimmshorts für die Männer gehören zur Kollektion.

Vom Jogurtbecher zur Jacke ist es nur ein kleiner Schritt – zumindest für Picture Organic Clothing. Alle Picture-Produkte bestehen mindestens aus 50 Prozent wiederverwertetem Polyester. Dabei sind die Pullis und Hoddies super schick und gleichzeitig bequem und kuschelig. In den Winter- und Ski-Jacken verwenden die Picture-Designer Reste vom Innenfutter anderer Jacken, wodurch zum einen ein individuelles Muster entsteht und gleichzeitig die CO2-Bilanz deutlich reduziert wird, da das Verbrennen der Reste entfällt.

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