Wer hier öfter vorbeischaut, weiß wie gerne ich auf Helgoland bin. Als ich das erste Mal dort Urlaub gemacht habe, fragte mich jemand: „Was willst du denn da drei Tage lang machen?“ Eigentlich wollte ich Meerglas sammeln. Da ich aber die Kinder im Gepäck hatte, musste ich mir ein Begleitprogramm ausdenken. Ich war tatsächlich selbst überrascht, was auf Helgoland alles machbar ist. Und die Kinder fanden es wohl auch schön, denn seitdem gehört die Insel zu ihren Glücksorten und steht ganz oben auf der alljährlichen Reisewunschliste. Hier kommen meine Top-5 für einen (Kurz-)Urlaub auf Helgoland.

Fünf Tipps für den Helgolandurlaub:
1. Den Pinneberg besteigen und sich am Gipfelkreuz ins Gipfelbuch eintragen.
2. In der Vogelwarte beim Beringen dabei sein.
3. Sich von Seehunden beim Baden beobachten lassen.
4. Über die Helgoländer Düne wandern und Schildkröten entdecken.
5. Eine Partie Minigolf spielen.

Gipfelkreuz

Eintragen im Gipfelbuch: Für den Aufstieg auf den Pinneberg brauchst du keine Bergschuhe. (Foto: Wimber)

Gipfelkreuz? Ja, tatsächlich. Denn auf der Hochseeinsel liegt die höchste Erhebung des Landkreises Pinneberg (zu dem gehört Helgoland). 2008 wurde das Kreuz auf dem 61,3 Meter ü. NHN hohen Pinneberg aufgestellt – samt Gipfelbuch. Wer sich dort eintragen will, muss allerdings nicht 60 Meter Berghänge überwinden. Denn natürlich liegt die Erhöhung auf dem Oberland, das ja an sich schon ziemlich weit vom Meeresspiegel entfernt (NHN = Normalhöhennull, also über dem Meeresspiegel). Der Aufstieg ist vielleicht dann anstrengend, wenn du die Treppe vom Unterland heraufsteigst. Es gibt aber auch einen (kostenpflichtigen) Aufzug. Zwar geht es auf dem Oberland immer noch etwas bergauf bis du zum Rundweg an den Klippen erreichst, aber ein bisschen Bergfeeling muss ja aufkommen.

Und was kannst du hier oben noch machen? Dir natürlich die Lummen und Tölpel anschauen, die hier ihre Kolonie haben. An der Schrebergartensiedung vorbeischauen (denn die Helgoländer haben recht kleine oder gar keine Gärten), zum Spielplatz an der Schule gehen oder mit den Schafen kuscheln. Kein Witz! Die Tier, die hier oben weiden, sind super zutraulich und kommen gerne mal zu den Besuchern, um sich kraulen zu lassen. Eine Bitte: Nicht einfach hingehen und sich den schwarzen Huftieren aufdrängen – das finden die nicht witzig.

Selfie mit Schnucke: Diese Heidschnucke ist super zutraulich und will gekrault werden.

Hättest du’s gewusst: Auf Helgoland gibt es sogar eine Bergrettung (eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr). Ihr Schwerpunkt liegt bei der Rettung von Personen und Tieren sowie der Bergung von Gegenständen aus der steilen Klippe.

Vogelwarte

Ganz schön versteckt: die Vogelwarte auf Helgoland. (Foto: Wimber)

Das Instituts für Vogelforschung gibt es seit über 120 Jahren auf der Insel. Eigentlich logisch, denn schließlich nutzen den Zugvögel den roten Felsen, um Pause zu machen. Das Oberland ist grün, hier gibt es Schutz vor Sturm sowie Futter und Wasser. Gefangen werden die Vögel hier in sogenannten Trichterreusen. Das heißt, sie fliegen auf Versehen hinein, die Reuse verjüngt sich noch hinten hin und so können die Forscher die Tiere dort hinausnehmen und untersuchen. Dann wird geguckt, wie groß und schwer der Vogel ist, ob er einen Ring besitzt oder nicht. Schmückt bereits ein Ring seinen Fuß, dann wird die Nummer ebenfalls notiert. Ansonsten erhält er hier ein solches Schmuckstück. Führungen durch die Vogelwarte gibt es dienstags und freitags um 16:30 Uhr.

Wir hatten einmal richtig Glück: Wir standen spontan vor der Vogelwarte und fragten, ob wir (mit fünf Kindern im Schlepptau) trotzdem mal hineinkommen dürften. Wir durften und erhielten eine Sonderführung. So waren wir ganz nahe dabei, als der Vogel aus der Reuse genommen, gewogen und vermessen wurde.

Zeigt her eure Vögel: Meistens führen FÖJler durch die Vogelwarte er erklären, welchen Vogel sie gefangen haben. (Foto: Wimber)

Hättest du’s gewusst: Auf der Düne gibt es ebenfalls einen kleinen Minigolfplatz.

Baden mit Seehunden

Ganz schön nahe dran: Der Seehund ist ganz schön neugierig. (Foto: Wimber)

Natürlich ist das kein offizielles Highlight. Im Gegenteil: Seehunde sind Raubtiere und haben scharfe Zähne. Sie beißen Menschen natürlich eigentlich nicht, aber vielleicht „gucken“ sie mal mit den Zähnen, ob das wohl schmecken könnte. Aber: Wir waren jetzt schon so oft im Meer, während mindestens eines dieser neugierigen Tiere um uns herumschwamm und es ist noch nie etwas passiert. Meistens blieb der Seehund auf Abstand und steckte immer mal wieder den Kopf aus dem Wasser, um zu sehen, ob wir immer noch da waren. So ist es für die Kinder mittlerweile schon fast ein Muss, auf der Düne – egal bei welchem Wetter – ins Wasser zu gehen. dann kurz warten und es erscheint bestimmt ein Seehund.

Geführte Wanderung auf der Düne

Führung auf der Düne: der Verein Jodsand bietet eine Wanderung über die Helgoländer Düne an. (Foto: Wimber)

Warum nicht mal etwas Naturkundliches machen? Das volle Programm gibt es auf der Helgoländer Düne. Über das FFH Helgoländer Düne (FFH = Flora-Fauna-Habitat) führt der Verein Jodsand (meistens macht das auch ein FÖJler) – das dauert ungefähr 1,5 Stunden und führt von der Station der Dünenfähre, am Strand entlang, mitten durch die Dünenlandschaft und am versteckt liegenden See bis auf die andere Inselseite. Am Strand können die Kinder einen Blick auf die Kegelrobben und Seehunde werfen – natürlich mit dem Fernglas, denn wenn wir zu nahe kommen, löst das bei den Meeressäugern Stress aus. Wir erfahren unter anderem, dass die Tiere eigentlich Einzelgänger sind, weshalb es untereinander immer Streit um den besten Platz gibt. Die können ganz schön laut schimpfen, die großen Kegelrobben! Am wunderschön zugewachsenen See suchen wir die Schildkröte, die vor Jahren jemand hier ausgesetzt hat und die seitdem hier lebt. Natürlich erfahren wir auch allerlei Wissenswertes über die Felsen, die die Inseln bilden, und dass Helgoland eigentlich nur aus Sandstein besteht. Nicht alles bleibt bei den Kindern in den kleinen grauen Zellen hängen. Aber allein die Wege abzulaufen, die wir sonst vermutlich nicht gehen würden, ist diese Wanderung wert.

Und danach? Da suchen wir noch roten Feuerstein im Ostteil der Insel jenseits des Flughafens. Hier liegen so viele Kiesel, da muss doch ein roter Feuerstein dabei sein! Aber Vorsicht: Bitte nicht an Ort und Stelle Steine zerschlagen. Die scharfen Kanten könne Seehundbäuche verletzten. Möglicherweise können Steinsplitter auch euch verletzen!

Entschleunigte Freizeitbeschäftigung: Die Suche nach rotem Feuerstein auf der Helgoländer Düne. (Foto: Wimber)

Minigolf

Geht immer: Minigolf fördert das Koordinationsvermögen – und macht einfach Spaß. (Foto: Wimber)

Zwischen Jugendherberge und dem Ort liegt – nahe des Museums am Kurpark – ein kleines Kinderparadies. In einem kleinen Holzhäuschen können Tickets fürs Trampolinspringen (meiner Meinung nach etwas teuer…) sowie die Schläger, Bälle und Punktekarten für den Minigolfplatz kaufen. Zudem gibt es Eis am Stiel für den kleinen Hunger 🙂 Je nachdem mit wie vielen Leuten ihr spielt, hier kannst du gut und gerne eine Stunde oder mehr verbringen und versuchen, den Ball über die Hinternisse hinweg möglichst schnell in das kleine Loch zu bugsieren.

Und zwischendurch? Was brauchen Kinder mehr als Sand und Meer?

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