Es ist schon vorgekommen, dass wir nur nach Fehmarn gefahren sind, um ein Eis und ein Fischbrötchen zu essen. Okay, meistens haben wir das mit einem Strandspaziergang verbunden – schließlich müssen wir uns ja erst hungrig laufen. Von uns aus ist der Ausflug auf die Sonneninsel (mit rund 2.200 Sonnenstunden im Jahr gilt Fehmarn als die sonnenreichste Region Deutschlands) schnell gemacht. Innerhalb einer Stunde erreichen wir die Fehmarnsundbrücke. Auch wenn ihr es etwas weiter (oder vielleicht sogar näher) habt, hier kommen fünf Gründe für einen Kurztripp auf die Ostseeinsel.

1.
Strand, Strand, Strand

Mit fast 80 Kilometern Küstenlänge gibt es eigentlich keinen Punkt der Küste, der nicht mit Sand bedeckt und für Familien mit Kindern, Wanderer oder Entspannungsuchenden zugänglich ist. Der größte Strand befindet sich in Burgtiefe. Er ist 2,5 Kilometer lang und ist vor allem bei Urlaubern der anliegenden Ferienanlagen beliebt. Hier steht das Schwimmbad und jedes Jahr findet hier das Surffestival statt. Wer es also aufgeräumt mag, ist hier genau richtig. Etwa wilder ist die Küste im Osten bei Katharienhof. Hier an der wild romantisch mit Küstenkiefern und Buchen bewachsenen Steilküste können die Kinder wunderbar über Baumstämme und dicke Findlinge klettern, Fossilien und Meerglas suchen. Im Westen befindet sich ebenfalls Steinküste – in den Löchern der lehmigen Hänge ziehen die Schwalben im Frühjahr ihre Jungen groß. Mit Blick auf die Fehmarnsundbrücke kann man fast bis zum Wulfener Hals laufen. Im Norden sind viele Kiter unterwegs, hier wird Jimi Hendrix und den Opfern des Untergangs der Niobe gedacht. Außerdem dürfen hier die Wildvögel rasten.

Einen Strand für jeden Geschmack gibt es auf der Ostseeinsel.

2.
Eis & Fischbrötchen

Was für ein Quatsch, denkt ihr euch jetzt vielleicht. Aber es ist tatsächlich so – wenn wir auf Fehmarn sind, fahren wir immer nach Burg und essen dort Eis und/oder Fischbrötchen. Ich bestelle mir immer Matjes, mein Sohn Fischfrikadelle. Bisher haben wir noch keinen Fischbrötchen-Vergleichstest gemacht, deswegen gehen wir auf Nummer sicher und kaufen immer im Fischbistro Kombüse (bei Google und Tripavisor 3,5 von 5 Punkten; die meisten Sterne hat Grells). Ist das Fischbrötchen aufgegessen, gehen wir zwei Türen weiter zum Eiscafé Venezia. Hier ist nicht nur das Eis besonders lecker und cremig, es stehen auch interessante und abwechslungsreiche Sorten – je nach Saison auch unterschiedliche – zur Auswahl. meistens sitzen wir auf dem Kantstein, schlecken am Eis und beobachten das Treiben auf der Breiten Straße. Anschließen gehen wir dann bummeln und shoppen. Denn das kann man hier auch echt gut.

3.
Surfen, Kiten, Schauen

Fehmarn gilt bei vielen Wassersportlern als El Dorado. Windsurfen und Kiten kann man an jeder Ecke und jeder Bucht. Oft sind die Reviere besonders flach, sodass sie sich auch ideal zum Lernen eignen. Kein Wunder also, dass es so viele Surf- und Kite-Schule sowie das Surffestival auf Fehmarn gibt. Mein absoluter Favorit ist die Surfschule der Charchullas. Keine Ahnung, ob die Kurse besonders gut sind – für mich sich die Zwillinge, die als erste Surfer der Welt gemeinsam auf einem Brett gesurft sind, einfach Kult. Der Standort der Surfschule in einem Binnenmeer vor Burgtiefe ist ebenfalls zum Schmunzeln, denn hier werden die Bretter der Surfschüler noch verankert, damit sie nicht gleich in den gegenüberliegenden Schilfgürtel treiben… Witzig – so habe ich vor 20 Jahren auch Surfen gelernt.

In Gold liegt die (angeblich) älteste Kite-Schule der Insel, ja sogar Deutschlands. Mittlerweile haben die bunten Schirme den Himmel über Fehmarn fest im Griff, den Kite-Schulen gibt es zur Genüge. Auch Foilen und Wing-Surfen kann man natürlich auf Fehmarn mittlerweile.

Eine Woche lang nehmen die Anbieter von Brettern und Segeln den Strand von Burgtiefe in Beschlag. Meistens im Mai findet hier das Surffestival statt. Jeder, der will (und kann) darf Material ausprobieren. natürlich gibt es auch Wettbewerbe. So ist auf dem Wasser immer was los. Einfach am Strand sitzen und zuschauen während die Kinder im Sand buddeln – was gibt es Besseres, um die Meeresseele aufzuladen.

4.
Leuchttürme

Dass es so viele Leuchttürme auf der Insel gibt, ist nicht verwunderlich. Schließlich liegt sie mitten im Weg zwischen Dänemark und Deutschland. Die Warnsignale entstanden im 19. Jahrhundert, heute sind sie alle automatisiert. Nichtsdestotrotz: Leuchtturm-Fans – so wie ich einer bin – können auf so wenig Raum (rund 185 Quadratkilometer) so viele Leuchttürme ansehen. Da sind der winzige Leuchtturm Strukkamphuk und Flügge im Nordwesten; Westermarkelsdorf, Marienleuchte und Staberhuk entlang der Ostküste. (Hier ein Beitrag dazu.) Das Tolle: Alle Seezeichen sind unterschiedlich. Flügge kann besichtigt werden und es gibt ein Café; hier kommt man an besten mit dem Rad hin. Die Übrigen stehen zwar auf Privatbesitz – und verfallen zum Teil leider – bieten sich aber zum Beispiel als Wanderziel entlang der Ostküste oder eine Radtour an.

Das schlimmste Schiffsunglück in der Geschichte hat sich – trotz der Leuchttürme – übrigens am 26. Juli 1932 vor Fehmarn ereignet. Das Segelschulschiff Niobe der Reichsmarine sank aufgrund einer nicht vorhersehbaren Gewitterbö. 69 Mann der Besatzung ertranken.

5.
Hofcafés

Bei so viel Fahrradfahrerei, Wassersport und Strandwanderungen ist es natürlich naheliegend, irgendwo einzukehren 🙂 Ich finde es bezaubernd, dass es auf Fehmarn scheinbar in jedem Dorf ein Hofcafé zu geben scheint. Nirgendwo auf der Insel ist man weit entfernt von einem Stück Torte – und die ist meistens sogar handgemacht. Besonders großartige Kuchen, Torten und Kaffeespezialitäten gibt es meiner Meinung nach im Hof Café Albersdorf (um die Ecke von Gold). Genießen kann man die Leckereien der Konditorin im sonnigen Bauerngarten oder im Café. (Lecker sind auch die Brote und Brötchen!) Mein Lieblingscafé ist allerdings Die Villa in Orth. Ich liebe dieses alte, graue Haus am Hafen mit den alten Walnussbäumen und dem Kopfsteinpflaster davor. Neben regional geröstetem Kaffee und heißer Schokolade (dunkel und weiß!) gibt auch vegane und glutenfreie Kuchen sowie kleine Gerichte. Ich sitze hier total gerne, entspanne und genieße den Blick auf den Hafen. (Hier findet ihr eine Liste mit weiteren Hofcafés.)

Es gibt bestimmt noch mehr Gründe nach Fehmarn zu fahren, wie die Campingplätze hinterm Deich, die Fährverbindung nach Dänemark, die vielen Freizeitmöglichkeiten wie die Galileo Erlebniswelt oder das Aquarium. Wir finden: Es muss nicht immer gleich ein ganzer Urlaub sein. Hinfahren, durchatmen und ein bisschen die Seele am Meer baumeln lassen – dafür ist Fehmarn einfach wunderbar!

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