Es ist eines der faszinierensten Naturschauspiele an der Nordsee: das Meeresleuchten. Zu beobachten ist es meistens in lauen Sommernächsten an der Nordsee. Ich habe es allerdings auch schon im Mai (auf Juist) und im September (auf Helgoland) erlebt. Das Wasser schimmert plötzlich bläulich und wer nach Sonnenuntergang noch in der Brandung spazieren geht, den umsprudeln tausende kleine Glitzerteilchen.

Die Wundertierchen, die das Meer zum Leuchten bringen, sind kleine Einzeller, die sich meistens im Juli und August in der Nordsee sammeln. Sie werden von den Wissenschaftlern „Dinoflagellaten“ oder auch „Panzergeißel-Algen“ genannt. Diese Mikroorganismen haben die Fähigkeit, kurzzeitig körpereigene Leuchtstoffe herzustellen – so wie Glühwürmchen. Warum die Algen leuchten, ist noch nicht erforscht. Wahrscheinlich kommunizieren die Algen miteinander.

Das Phänomen des Meeresleuchtens ist schon lange bekannt; seit dem Altertum sind die Menschen von diesem mysteriösen Schauspiel fasziniert und suchten verschiedene Erklärungen dafür, vor allem von den Seefahrern wurde darüber schon viel Seemannsgarn gesponnen. Christian Friedrich Hebbel hält in seinem Gedicht „Meeresleuchten“ aus dem 19. Jahrhundert zum Beispiel die römische Göttin Venus für die Ursache des Leuchtens; andere Legenden erzählen, dass Neptun seine Finger im Spiel hat. (Quelle: https://www.nationalpark-wattenmeer.de/node/1031)

Wie auch immer: Das Leuchten ist wunderschön und macht den abendlichen Aufenthalt am Meer noch schöner.

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