Fehmarns Südostküste mit dem Rad entdecken

Urlaub auf Fehmarn ohne Fahrradfahren – geht nicht! Mit mehr als 300 Kilometern ausgewiesenen Radwegen bietet die Insel Radfreuden für jeden Geschmack. Bei unserem Urlaub im Herbst haben wir deswegen die Südostspitze erkundet.

Das Wetter war auf unserer Seite: Sonne, nur kleine Schleierwolken Wolke am Himmel, dafür aber ordentlich Wind. Der störte uns zunächst jedoch nicht. Denn wir starteten bei der Jugendherberge und fuhren Richtung Süden nach Burgstaaken. Unser Ziel war eine Rundtour über den Leuchtturm Staberhuk und Katharinenhof an der Ostküste bis nach Burg zurück. Zunächst radelten wir über die wunderschönen alten Kopfsteinpflasterstraße in Burgstaaten jedoch an der Silokletteranlage von Roland vorbei. Eigentlich wollten wir nur gucken. Aber das ist ja mit Kindern im Urlaub fast unmöglich. So meldeten wir uns bei Roland an und wurden mit Schuhen und Klettergurten ausgestattet. Etwas merkwürdig fand ich, dass auch ich als Nicht-Klettern 3 Euro zahlen musste. Ich habe nur den Job der Sicherungsperson ausgeführt und fand es doof, dafür auch noch zahlen zu müssen. Vor allem, weil ich mir Blasen an den Fingern geholt habe, da ich weder die Kondition in noch die Hornhaut an den Fingern habe, um zwei Stunden lang Kinder ein 40 Meter hohes Silo hochzuziehen. Auch, dass ich meine weiße Regenjacke danach erstmal zur Reinigung geben muss, hielt Roland nicht für nötig zu erwähnen – die war nämlich schwarz vom Abrieb der Karabiner.

Silo Climbing statt Boulder auf Fehmarn

Wie dem auch sei, die Kinder hatten Spaß. Da es noch sehr früh am Morgen war, dienten sie als Magnet für alle weiteren Urlauber in Burgstaaken. Durch unser Rufen tummelten sich bald immer mehr Menschen an den drei großen weißen Silos und bestaunten die Kletterkünste der Kinder an den Kletterrouten. Insgesamt gibt es 16. Einige sind zum Üben, dann folgen mehrere Routen in unterschiedlichen Höhen und Schwierigkeitsgraden. Die höchste – die aber nicht die schwierigste ist – endet bei 40 Metern (und soll einen tollen Blick über die Insel und bei gutem Wetter bis nach Dänemark bieten). Nach zwei Stunden beendeten wir unser Kletterabenteuer (haben aber nur eine Stunde bezahlt), ich betupfte meine Blasen an den Händen und wir fuhren weiter Richtung Burgstaaken Hafen. Hier ergatterten wir in einer Eisdiele Spagettieis und ein paar dicke Waffeln mit Puderzucker, bevor es an den Menschenmassen vorbei am Strand entlang nach Burgtiefe und Meeschendorf ging.

Der Weg führt an den Hochhausapartments in Burgtiefe vorbei und über einen netten Bohlenweg, auf dem wir ein paar Fußgänger umschiffen mussten, weiter auf einem Sandweg am Wasser entlang. Zur Linken liegt ein idyllisches Naturschutzgebiet Sahrendorfer Binnensee, zur Rechten die blaue Ostsee und der weiße Sandstrand. Kurz vor der Feriensiedlung geht der Radweg scharf links ab, führt dann an über die Residenz – so heißt die Straße tatsächlich – bis nach Staberdorf. Mittlerweile liegt die Ostsee im Hintergrund und macht Platz für weite Felder und Baumreihen (sogenannte Knicks) mit verwunschenen Weiden, Brombeerhecken und Hagebuttensträuchern. Hinter Staberdorf fuhren wir rechts Richtung Leuchtturm Staberhuk, der gut ausgeschildert ist. Hier lohnt es sich, das Rad abzustellen und hinter dem Leuchtfeuer die kleine Steilküste hinunter zum Meer zu gehen. Wunderbar romantisch! Und tolle Steine lassen sich hier auch finden.

Dann nahmen wir den Weg zurück zur Straße, vorbei an kleinen Wäldchen, die bis an die Steilküste reichen und windschiefen Weißdornhecken. Am Parkplatz Staberhuk gibt es eine Toilette; die haben wir aufgesucht, bevor es weiter an den wunderschönen Steilklippen zur Rechten und blau-grünen Kohlfeldern zur Linken südwärts ging. An diesem Tag war die Strecke eine echte Herausforderung. Nicht die paar kleinen Hügel waren das Problem, sondern der ordentliche Gegenwind. So kamen wir in zwei Gruppen an der Abzweigung nach Katharinenhof an – die Jungs und ich nutzten die Zeit zum Geocaching.

Wir schlängelten uns über das Gelände des Ferien- und Ponyhofs (der eigentliche Weg führt wohl noch etwas gen Süden und dann erst nach Westen, um dann wieder in einem Bogen nach Katharienhof zu gelangen). Nach ein paar weiteren Metern fanden wir das ausgeschilderte Allee-Cafe, wo wir uns im Garten zu den Hühnern gesellten und etwas zu Essen bestellten. Das fanden die Hühner gut, die fleißig um unseren Tisch herum bettelten – wir fanden es lecker, also das Essen, nicht die Hühner.

Gieriges Bodenpersonal im Allee-Cafe

Nach der Stärkung nahmen wir die Straße Richtung Vitzdorf und weiter Richtung Burg. Dies war der am wenigsten idyllische Teil der Strecke, da die Straßen auf Fehmarn echt eng und kurvig sind und es auch hier Autofahrer in Rudeln auftreten. Auf dem Weg Richtung Bug sahen wir von Weitem wieder die Silos. Die sind ganz schön hoch, dachten wir uns. Ich fragte mich sogar kurzfristig, ob diese hohen Dinger tatsächlich die gleichen Silos sind, auf denen die Kinder vor ein paar Stunden nach geklettert sind.

Schnell noch einen Geocache gesucht und dann in die Jugendherberge! Wir waren uns einig: Das war eine tolle Radtour.

Insgesamt haben wir für die 23 Kilometer knapp zwei Stunden gebraucht (reine Fahrtzeit). Für die Kinder war das ausreichend lange mit ausreichend Stopps auf der Strecke.

Quelle: Google Maps
Über Anne_Kueste 87 Artikel
Moin. Ich heiße Ann-Christin Wimber, bin Freie Journalistin, Autorin und Bloggerin. Ich schreibe seit 15 Jahren für zahlreiche Fach- und Publikumszeitschriften, betreibe das Internetportal europas-kuesten.de und habe bis dato zwei Bücher verfasst. Natürlich beschäftigen sich diese mit dem Meer im weitesten Sinne ("Meerglas - suchen, finden, bestimmen" (2014); "Familienerlebnisführer für die Probstei und das Umland" (2017)). Mit dem Blog "Mein Meer" will ich das teilen, was mir am Herzen und meiner Seele am nächsten liegt - das Meer mit allen seinen Facetten.

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