Strandfund: Geldbörse der Fische oder Eikapsel?

Vor allem im Herbst und Winter liegen komische schwarze Päckchen am Strand von Nord- und Ostsee. Wer genau hinsieht, erkennt an den lederartigen Gebilden noch Reste von Schnüren? Ist der Meerjungfrau ihre Geldbörse abhanden gekommen? Nein. Diese vertrockneten Hüllen sind Eikapseln von Rochen – im Bild: die Eihülle eines Nagelrochens.

Tatsächlich gibt es der letzten Zählung zufolge 19 Knorpelfischarten für die deutschen Meeresgebiete von Nord- und Ostsee identifiziert, zehn Arten haben sich den Forschen zufolge etabliert. Eine Art – der Gewöhnliche Stechrochen – gilt allerdings als verschollen oder ausgestorben. Alle anderen Knorpelfische stehen auf der Liste der Gefährdenden Arten. Dazu gehört der Kleingefleckte Katzenhai Scyliorhinus canicula, der Nagelrochen Raja clavata, der Hundshai Galeorhinus galeus und der Sternrochen Amblyraja radiata. Der Kuckucksrochen Leucoraja naevus sowie der Fleckrochen Raja montagui sind bereits extrem selten.

Die Fische hängen ihre Eikapseln an Algen oder in Seegraswesen. Bei Sturm und unruhiger See werden die Hüllen dann abgerissen und landen am Strand. Im Aquarium – zum Beispiel in Kiel – dann man sich ein Bild davon machen, wie Rochen und ihre Eikapseln aussehen.

Über Anne_Kueste 112 Artikel
Moin. Ich heiße Ann-Christin Wimber, bin Freie Journalistin, Autorin und Bloggerin. Ich schreibe seit 15 Jahren für zahlreiche Fach- und Publikumszeitschriften, betreibe das Internetportal europas-kuesten.de und habe bis dato zwei Bücher verfasst. Natürlich beschäftigen sich diese mit dem Meer im weitesten Sinne ("Meerglas - suchen, finden, bestimmen" (2014); "Familienerlebnisführer für die Probstei und das Umland" (2017)). Mit dem Blog "Mein Meer" will ich das teilen, was mir am Herzen und meiner Seele am nächsten liegt - das Meer mit allen seinen Facetten.

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