Sonnencreme: So schützt du Haut und Meer

UV-Schutz ist wichtig – das ist klar. Sonst steigt das Hautkrebsrisiko. Aber dass die Sonnencreme nicht nur das Wasser vergiftet, sondern tatsächlich auch die eigene Gesundheit schädigen kann, wissen die wenigsten Strandbesucher.

Kennst du das: Du liegst auf deinem Handtuch am Strand, eine seichte Briese streicht über deinen Körper und du schaust verträumt aufs sich sanft kräuselnde Meer. Dann schiebst du die Sonnenbrille hoch und schaust genau hin. Was glitzert denn da auf dem Wasser? Eine dünne Schicht Öl. Das ist das, was sich nach dem Eincremen mit Sonnencreme beim Schwimmen wieder abwäscht.

Ich selbst greife seit ein paar Jahren zu mineralischen Sonnencremes. Diese enthalten Titan- oder Zinkoxid und bilden so eine weißliche Schutzschicht auf der Haut, die die UV-Strahlen wie winzige Spiegel reflektieren. Leider sieht man dadurch aus wie ein Clown; es bleibt ein weißlicher Film auf der Haut.

Was unterscheidet die mineralischen Sonnencremes von den chemischen?
Klar, Sonnencreme soll uns mit einem UV-Filter ausstatten, den wir sonst nicht haben. Er soll vor Hautkrebs schützen und darf keine Nebeneffekte haben. Hersteller verwenden deswegen synthetische Filter wie Benzophenon-3 (auch Oxybenzon genannt) oder Octocrylen. Ersterer ist in Europa schon zum Großteil nicht mehr erhalten, da er im Verdacht steht wie ein Hormon zu wirken. Auf Hawaii wurde Sonnenschutz, der Oxybenzon enthält jetzt offiziell verboten. Der Grund: Die Substanz schädigt die Korallenriffe, leistet dem Ausbleichen der Korallen Vortrieb und tötet somit ganze Riffe. Der amerikanischen Meeresbehörde NOAA zufolge schon geringe Mengen Oxybenzol, um Korallenriffe innerhalb weniger Tage vollständig auszubleichen und absterben zu lassen.

Octocrylen ist aber auch nicht besser. Zwar ist diese als Alternative von Benzolphenon-3 noch nicht weitreichend erforscht. Untersuchungen gehen aber davon aus, dass sich die wasserfeste Substanz schwer abbaut und sich so auf der Oberfläche von Organismen anreichert. Das wirkt sich negativ auf das Wachstum von Meeresorgaismen aus.

Massenweise UV-Filter
Eine Studie aus dem Jahr 2008 besagt, dass rund 14.000 Tonnen Substanzen aus Sommencremes in den Weltmeeren landen. Dazu kommen noch Hautcremes, die ebenfalls UV-Filter enthalten. Klärwerke sind nicht in der Lage, die wasserschädlichen Substanzen herauszufiltern.

Die Welt schreibt, dass das Leibniz-Institut für Ostseeforschung im Meer vor Warnemünde 30 Nanogramm UV-Filter pro Liter Ostseewasser nachgewiesen hat. Im Einzugsbereich des Mühlenfließes, einem Ostseezufluss bei Bad Doberan, waren es sogar 170 Nanogramm UV-Filter pro Liter Wasser.

Bloß kein Nano!
Auch wer mineralische Sonnencremes verwendet, sollte genau hingucken. Einige Hersteller versuchen die mineralischen Substanzen zu verkleinern, um dem „Weißeffekt“ entgegenzuwirken. Diese sogenannten Nano-Teilchen sind kleiner als 100 Nanometer und können über die Haut in den Körper eindringen; was sie dort bewirken, darüber sind sich Wissenschaftler nicht einig. Bewiesen ist, dass Nano-Partikel Wasserflöhe töten. Die kleinen Tiere gelten Anzeiger für gesunde Weltmeere.

Tipps zum Strandbesuch
Also, was ist die Lösung? Experten raten zum Beispiel, erst ins Meer zum Baden zu gehen und sich danach einzucremen. So hat die Sonnenmilch genügend Zeit einzuziehen und wäscht sich nicht wieder ab. Oder ihr verwendet mineralische Sonnencreme ohne Nano-Partikel (gibt’s in Apotheken). Auch langärmlige Lycras und Sonnenhüte – gerne auch mit Nackenschutz für Kinder – helfen dabei, weniger synthetische UV-Filter ins Wasser abzugeben. Auch solltest du nicht ausgerechnet zwischen 11 und 15 Uhr am Strand braten, denn da ist die Sonneneinstrahlung am agressivsten.

Zum Weiterlesen: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de, 
https://www.krebsinformationsdienst.de

Kommentare

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