Es ist schon ein paar Tage her, da habe ich ein komisches Sportgerät auf dem Deich gesehen. Zuerst habe ich gedacht, da sei jemand mit Inlinern und Nordic-Walking-Stöckern unterwegs. Erinnerte mich irgendwie an Langlauf für Küstenbewohner. Doch als der Fahrer näher kam, sah ich lange Kufen und große Rollen. Zu große und zu lang für Inliner. Meine Freundin Iris deutete meinen verwirrten Blick richtig und kläre mich auf: Dort skikte jemand.

Skike, das ist ein Hybrid-Wort aus Skate und Bike und wird auch als Nordic Cross Skating bezeichnet. Bei uns an der Ostseeküste gibt es tatsächlich jemanden, die skiken lehrt. Andrea Kittler. Also frage ich sie doch mal, was das eigentlich für ein ungewöhnliches Hobby ist.

Andrea Kittler beim Skiken. (Foto: Kittler)

Moin, Andrea! Sag mal, was unterscheidet Skike von Inlinern?

Inlinern ist vergleichbar mit Schlittschuhlaufen, Cross-Skating ist vergleichbar mit Langlauf. Wir verwenden den Begriff Cross-Skating für die Sportart. Skiken ist aber auch verbreitet, weil die Firma Skike die ersten „richtigen“ Cross-Skates hergestellt hat. Das heißt, es gibt zwei absolut super funktionierende Bremsen und mit den Lufträdern lassen sich nicht nur asphaltierte Wege befahren. Da man zwischen den Rädern steht und nicht darüber wie bei Inlinern, hat man kein kippeliges Gefühl. Daher steigen viele auf Cross-Skates um, die sich auf Inlinern nicht mehr sicher genug fühlen – schon alleine wegen des Bremsen-Könnens.

Cool. Klingt wie ein geniale Draußen-Sportart für den Deich.

Wer schon mal mit Inlinern am Deich in Heidkate gefahren ist, weiß um das unangenehme Fußsohlen-Kribbeln, wenn der Weg nicht absolut glatt ist. Das gibts beim Cross-Skating nicht. Es ist wirklich eine geniale Draußen-Sportart und nie langweilig. Seit 2008 fahren wir ziemlich regelmäßig in Heidkate am Deich. Dort ist es perfekt, weil genug Platz für alle ist. Das ist sehr wichtig, weil wir aufgrund der schwingenden Stöcke doch einiges an Platz brauchen.  Ansonsten macht es viel Spaß, auf befestigten Wege zu fahren. Und wenn dann die Doppel-Betonplatten-Wege kommen, machen wir Doppelstockschub, das gibt Trizeps-Muckis.

Wie lange dauert es denn, Skike zu lernen und ist es ein teures Hobby?

Die Kosten für die Erstanschaffung liegen zwischen 300 und 600 Euro. Es gibt unterschiedliche Geräte für verschiedene Ambitionen, ähnlich wie bei Fahrrädern. Die Folgekosten sind gering. Ab und zu eine neue Stockspitze oder ein neues Rad.

Das Lernen kann schnell gehen. Sehr zu empfehlen ist es, dazu einen Kurs zu machen. Das sind einmalig drei Stunden, in denen alles Wichtige vermittelt wird, damit man selber starten kann. Die Ausrüstung wird gestellt, denn es stellt sich erst im Kus heraus, welche Skates die passenden sind. 

Aus unserem Trainernetzwerk mit dem besonderen Anliegen, diese sooo dankbare Sportart zu vermitteln und als Ansprechpartner zu dienen, ist der Verein RollDichFit e.V. hervorgegangen. Wir geben Kurse und veranstalten für die Cross-Skater-Gemeinschaft verschiedene Unternehmungen wie Tour-Wochenenden, Trainings und Laserbiathlonwettkämpfe.

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