Mit dem Wohnmobil nach Katalonien

Es ist kaum auszuhalten: 13 Grad und Nieselregen im Oktober. Und das nach einem verregneten und kühlen Sommer in Norddeutschland. Da bleibt nur eins: auswandern. Na ja, zumindest für die Herbstferien. Also wird der Hobby Optima On Tour mit allem Lebensnotwendigen für zwei Jugendliche, zwei Erwachsene und einen Hund beladen und los geht’s Richtung Südfrankreich. Erster Stopp: Canet-en-Roussillon. 

Strandleben genießen in Canet-en-Roussillon

Wir haben geplant, an der katalonischen Küste zu verweilen. Erst Canet, dann Collioure und schließlich Banyuls-sur-mer. Im Herbst ist es allerdings etwas problematisch, auf einem Campingplatz unterzukommen – daher ist ein Reisemobil jetzt ideal. Wir haben Glück: La Brasilia (ein Yelloh! Village) in Canet ist noch eine Woche geöffnet. (Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.) Der Platz ist mit fünf Sternen ausgezeichnet und sieht auch so aus: gepflegte und geteerte Straßen, gestutzte Hecken, breite Stellplätze mit Strom- und Wasserversorgung. Nachdem wir den Hobby angeschlossen, die Markise ausgefahren sowie Tisch und Stühle aufgestellt haben, schnappten sich die Kinder ihre Skateboards, um den Platz zu erkunden. 

wie nicht anders zu erwarten von einem Fünf-Sterne-Platz in Cannes-en-Rousillon: Gepflegt, sauber, und mit Strandzugang. (Bild: Wimber)

Danach schmeißen sich Mann und Kinder in ihre Schwimmbekleidung. Glücklicherweise ist unser Plan aufgegangen: Das Roussillon empfing uns mit 23 Grad und Sonnenschein Der feine Sandstrand von Canet-en-Roussillon erstreckt sich neun Kilometer an der Küste des Golf von Lion entlang. Flach fällt der breite Strand ins Meer ab und wird an vielen Stellen von Rettungsschwimmern bewacht. Es gibt Vergnügungsparks, Sportmöglichkeiten und Strandbars – allerdings jenseits des Hafens, der den Strand des Campingplatzes vom Rest der breiten Sandfläche trennt.

Der Campingplatz ist eine kleine Welt für sich. Er verfügt über Ladenzeilen, Bäcker, Eisdiele, Fitnessstudio, Restaurant und Pool-Landschaft. Zudem gibt alle möglichen Felder für sportliche Aktivitäten – von Tennis über Beachvolleyball bis Boule. Abends besuchen wir noch die Bühnenshow bis uns zu kalt wird und wir uns in unsere Betten im Hobby kuscheln.

Collioure: Stadt der Künstler

Nach ein paar Tagen und einem Ausflug nach Perpignan, wo wir Schwierigkeiten haben, einen Parkplatz zu finden, aber von der Stadt begeistert sind, geht es weiter nach Collioure. Hier stellen wir uns spontan auf einen Stellplatz oberhalb der Stadt (Parking Cap Dourat, Rte de Madeloc, 66190 Collioure, Frankreich). Der terrassenförmig angelegte Platz ist fast leer und stellt sich als hervorragend gelegen heraus. Nach nur 20 Minuten Fußweg sind wir in dem malerischen Fischerort.

Schöner Stellplatz oberhalb von Collioure. (Bild: Wimber)

An den Plage Boramar direkt an der Promenade mit den vielen am Strand gelegenen Restaurants dürfen wir mit Hund leider nicht. So gehen wir an der blickt die trutzigen Kirche Église Notre Dame Des Anges vorbei an den Plage Saint-Vincent. Feinsandig ist der in einer Bucht gelegene Strand nicht. Dafür ist die Aussicht auf den Gebirgszug Les Albères, das alte Fort, das Schloss der mallorquinischen Könige und die bunten Häuser des Orts einmalig. Nachdem die Strandliegezeit unserer Teenage-Tochter abgelaufen ist, schlendern wir durch den mit zahlreichen Ateliers und Galerien geschmückten Ort, essen die obligatorischen Anchovis im Maison Desclaux und marschieren schließlich wieder den Berg hinauf zu unserem Stellplatz. Kurz bevor die Sonne untergeht, haben wir das Abendessen fertig – der Sohn hat geholfen, Spagetti und Tomatensoße zuzubereiten – und genießen nun, wie sich der Himmel über den Pyrenäen in den schönsten Farben verfärbt. Danach spielen wir endlich mal eines der zahlreichen Spiele, die ich eingepackt habe. Der Tisch im Hobby ist dafür toll geeignet – neben den beiden üblichen Bänken gibt es noch eine weitere auf der Stirnseite, sodass wir alle ausreichend Platz haben. Den Tisch kann man übrigens auch ausziehen – das ist vor allem dann hilfreich, wenn man nicht draußen essen kann. Dann ist genug Platz für Teller und Töpfe.

Am nächsten Tag machen wir einen Abstecher ins Naturschutzgebiet Cap Béar und wandern zum gleichnamigen Leuchtturm. Start ist am Stellplatz in Port-Vendres, dann geht es ungefähr eine Stunde durch schroffes Kalkgestein und niedriges Buschwerk an der Steilküste entlang. Der Ausblick ist spektakulär. Er reicht auf der einen Seite die Côte Vermeile mit Collioure und Argeles-sur-mer entlang, auf der anderen Seite grüßt schon mal unser nächstes Ziel – Banyuls-sur-mer – sowie die Bucht von Paulilles mit der gleichnamigen Parklandschaft auf dem Gelände einer ehemaligen Sprengstoffanlage. Hierher würden auch Wanderwege führen. Wir marschieren jedoch wieder zurück und baden die Füße abschließend im Mittelmeer.

Wandern am Cap Bear ist wundervoll und kurzweilig. (Bild: Wimber)

Banyuls-sur-Mer lockt mit Meer und Bergen

Banyuls ist unser letzter Halt. Hier haben wir uns den kommunalen Campingplatz (La Pine) am Rande der Stadt ausgesucht, der das ganze Jahr geöffnet ist. Trotz seiner zwei Sterne ist der Platz hervorragend ausgestattet – mit sauberen Toiletten, einen Spiel- und einem Bouleplatz, geteerten Wegen und eingewachsenen Stellplätzen. Gegenüber liegt gleich ein großer Supermarkt, sodass wir unser Abendessen hier einkaufen können, ohne das Wohnmobil bewegen zu müssen. Nach einer kurzen Wanderung zur idyllisch gelegenen Kapelle Notre-Dame de la Salette, machen wir Abendessen und freuen uns mal wieder über den gigantischen Sonnenuntergang. Am nächsten Tag gehen wir ins Aquarium Biodiversarium und meine Tochter freundet sich mit dem Oktopus an. Auf dem Rückweg bewundern wir noch die Boulespieler. Eigentlich hatten wir auch auf dem Platz am Hafen spielen wollen, aber bei der geballten Kompetenz auf dem Sandplatz trauen wir uns nicht mehr. Also suchen wir uns eine Pizzeria und genießen den letzten Abend in Südfrankreich. Bald geht es wieder zurück in die kühle Heimat.

Tipp:

In Frankreich gibt es wirklich an fast allen Tankstellen Entsorgemöglichkeiten für Brauchwasser und den Inhalt der Toilette.

Sieht nicht mehr schön aus, erfüllt aber seinen Zweck: Entsorgungsstation auf einer französischen Raststätte. (Bild: Wimber)

Disclaimer: Dieser Artikel erschien auch in der Kundenzeitschrift „Hobby heute“. Das Fahrzeug wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt.

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