Strandbesuch: 7 Dinge, die du in Laboe machen solltest

Mit meiner Heimat verbinde ich Blautöne: grün-blau schimmerndes Meer nach einem führen Regenguss; hellblaues Wasser nahe dem Strand oder über einer Sandbank; das silbrige Blau, das entsteht, wenn die Sonne untergeht und ein paar letzte Strahlen auf das Wasser wirft. Manchmal ist die Ostsee auch dunkelgrün und tiefblau – zum Beispiel wenn ein Unwetter naht oder es gerade mal wieder regnet.

Ich hatte Glück. Ich durfte schon als Kind all diese Farben erleben, denn ich war jeden Tag am Ostseestrand. Unser Haus stand in der zweiten Reihe hinter der Promenade; nachts hat das Tuuckern der Schiffsmotoren mich in den Schlaf begleitet, tagsüber wehte oft der Duft von Sand und Meer in unseren Garten. Jeden Sommer hatte mein Opa den gleichen Strandkorb – fast gegenüber von unserem Haus, nur ein paar Meter barfuß über den heißen Fußweg und den Bohlenweg entfernt.

Warum ich das in diesem Beitrag schreibe? Weil ich in Laboe aufgewachsen bin. Auch wenn sich in den letzten paar Jahren so einiges getan hat, ein paar Highlight sind geblieben. Hier also meine Tipps für einen tollen Tag in Laboe:

1. Verbringe Zeit am Strand
Das klingt profan. Aber Laboe hat einen der schönsten Strände entlang der Ostseeküste. Der feine Kurstrand (Achtung, Kurabgabe zahlen!) erstreckt sich über einen Kilometer vo Hafen bis kurz vor das Marine-Ehrenmal. Hier kannst du Strandkörbe mieten – an den Strandaufgängen etwa – oder dir einfach mit deiner Decke oder Strandmuschel ein nettes Plätzchen suchen. Für Kinder ist der Strand auch toll – er ist relativ flach und geschützt, so dass keine Gefahr des Ertrinkens oder Abtreibens besteht. Natürlich passen im Sommer auch die Rettungsschwimmer des DLRG auf die Badenden auf. Wer auf sportliche Aktivitäten steht, kann das Volleyballnetz oder die Tischtennisplatte hinter der Schwimmhalle nutzen. Für die Kids es gibt zahlreiche Spielplätze. Einziges Problem in Laboe: Toiletten sind Mangelware. Ein öffentliches Örtchen wurde in der ehemaligen Trink- und Lesehalle geschaffen, wo im unteren Bereich jetzt das Buena Vista leckere Cocktails und Tapas anbietet. Hier kostet der Zutritt 50 Cent. Auch am Hafen gibt es Toiletten sowie am Ehrenmal im Strandkiosk.

Das Wasser vor Laboe ist stellenweise wunderbar flach

2. Sammle Strandgut am Naturstrand
Da der Kurstrand täglich gesäubert wird, findest du hier wenig Muscheln oder anderes Treibgut. Dafür liegen aber umso mehr Hühnergötter, Herz- und Miesmuscheln, Treibholz und sogar Meerglas am Naturstrand jenseits des Ehrenmals. Als Kinder haben wir uns einen Spaß daraus gemacht, möglichst schnell über die Buhnen zu laufen, die am Ende der Bucht, über die das U-Boot gekommen ist, aufgeschichtet wurde. Das würde ich meinen Kindern heute nicht mehr erlauben, aber Baden ist hier natürlich ebenso erlaubt wie am Kurstrand. Wer etwas anderes sammeln will, findet hier übrigens auch ein paar Geocaches in der Umgebung. Hunde sind hier übrigens ebenso erlaubt wie Pferde (aber die nur im Winter).

Im Winter am Strand zu reiten ist eine tolle Sache

3. Bestaune dicke Pötte
Wer in Laboe am Strand liegt oder steht, kann seine Uhr nach den ein- oder auslaufenden Fähren der Colorline oder Stena Line stellen, denn diese fahren nur ein paar Meter am Strand vorbei. Auch Containerschiffe, Segelboote, Kreuzfahrtschiffe, Frachter und Sportboote aller Art passieren den Laboer Strand am Ausgang der Kieler Förde. Da wird man schnell zum Sehmann 🙂 Im Hafen von Laboe liegen natürlich auch zahlreiche Schiffe. Einige bieten Charterfahrten, Fischtouren oder verrückte Rennbootausflüge an. Auch der Rettungskreuzer und das Lotsenschiff, das die Lotsen zu ihrem Einsatzort oder an den Kieler Leuchtturm bringt, liegen hier am Kai. Etwas weiter den Fördewanderweg entlang noch hinter der Werft liegt der neue Yachthafen. Hier kannst du im Casa Tripaldi auch nett sitzen und Pizza essen.

4. Besteige ein echtes U-Boot & aufs Ehrenmal
Ein richtig echtes U-Boot liegt in Laboe am Strand. Es stammt aus dem zweiten Weltkrieg und wurde als Museum an den Strand unterhalb des Ehrenmals gestellt. Hier kannst du einmal nachempfinden, wie sich die Marinesoldaten wohl gefühlt haben müssen – in einer Sardinendose mitten im tiefen Meer zu leben und zu arbeiten. Ich empfand es als echt unheimlich und beengend. Wenn du dir etwas mehr Wind um die Nase wehen lassen möchtest, besuchst du am besten danach gleich das Marine Ehrenmal. Es soll eine gen Himmel steigende Flamme symbolisieren und war ursprünglich zum Gedenken der im 1. Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine gewidmet. Später wurde es zur Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen erklärt und zugleich zum Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren.
Die Sicht ist schon genial – zumindest bei klarem Wetter. Er reicht über die Ostsee bis zu den dänischen Inseln, der Fehmarnsundbrücke und den Hügeln der Holsteinischen Schweiz öffnet. Zwei Aufzüge oder 341 Stufen führen zu der Aussichtsplattform. Von den Stufen würde ich Menschen mit Höhenangst aber abraten – sie kleben innen am Turm, so dass man immer einen wunderbaren Blick nach unten hat….

Das U-Boot sowie das Ehrenmal stehen in Laboe (fast) direkt am Strand

5. Lerne Kiten und Surfen
Wer an der Ostsee Urlaub macht, sollte in den Wassersport mindestens einmal reinschnuppern. Ein tolles Programm bietet Rasmus von Sufer’s Paradies. Ob Kinder-Ferien-Kurse im Windsurfen oder 2-Tages-Einsteiger-Kurs für Erwachsene, Aufsteigerkurs und alles dazwischen im Windsurfen und Kiten – ihr findet hier bestimmt das Richtige für euch. Das Revier in Laboe ist für Anfänger ideal, denn es ist ein Stehrevier. Das ist vor allem für Kinder und Kite-Anfänger ein echter Vorteil. Zudem verleihen Rasmus und sein Team auch Kanus und Tretboote, mit denen du herrlich gemütlich in der Lagune vor dem U-Boot umherfahren kannst. Am Ende des Naturerlebnisraums treffen sich übrigens die meisten Kiter. Das ist schon ein ziemlich cooles Bild, wenn der Himmer vor dem El Mason Playa voller bunter Schirme hängt. Hier bietet übrigens die Kiteschule Kiel auch Kurse an.

Idyllisch liegt das Surfer’s Paradise am Strand von Laboe

6. Gehe in die Meerwasserschwimmhalle
Wenn das Wetter zu schlecht, der Wind zu sehr aus Ost oder es Winter sein sollte, dann kannst du dein Bad im Meer auch überdacht genießen. Laboe ist nämlich eine der wenigen Orte, die eine Meerwasserschwimmhalle besitzen. Leider hat es in den vergangenen Jahren viele Querelen rund um die Schwimmhalle gegeben, sodass die Öffnungszeiten nicht immer verlässlich und die Preise etwas pfeffrig geworden sind. Es gibt aber eine kleine Außenrutsche für Kinder, ein Babybecken, Schwimmbahnen und einen wahnsinnig tollen Blick auf den Strand und die Schifffahrtsstraße – alleine deswegen lohnt sich der Besuch. Samstags wird von 12 – 13:30 Uhr Meerjungfrauenschwimmen angeboten.

7A. Für die Kleinen: Spielen, spielen, spielen
Neben den drei Spielplätzen am Strand findet ihr am Hafen neu gestaltete Spielflächen. Die sind allerdings für kleine Kinder aufregender als für große. Die haben mehr Spaß beim Minigolf oder in der Meeresbiologischen Station. Hier kannst du Ostseetiere im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erleben und wenn du willst zu einer Fangfahrt mitfahren.

7B. Für die Großen: Promenieren und probieren
Leckereien gibt es entlang der gesamten, rund einen Kilometer langen Promenade. Angefangen am Ehrenmal mit dem etwas edleren Admiral Scheer über das Promenaden Eiscafe (unsere Haus- und Hofeisdiele) an der Schwimmhalle bis zur lockeren und trendigen Fischküche am Hafen. Sundowner trinkst du am besten im Buena Vista. Hier hast du den Blick auf die Pötte, den Sand an den nackten zehen (wenn gewünscht kannst du natürlich auch drinnen sitzen) und für die Kinder gibt es gleich nebenan einen tollen Spielplatz.

Über Anne_Kueste 128 Artikel
Moin. Ich heiße Ann-Christin Wimber, bin Freie Journalistin, Autorin und Bloggerin. Ich schreibe seit 15 Jahren für zahlreiche Fach- und Publikumszeitschriften, betreibe das Internetportal europas-kuesten.de und habe bis dato zwei Bücher verfasst. Natürlich beschäftigen sich diese mit dem Meer im weitesten Sinne ("Meerglas - suchen, finden, bestimmen" (2014); "Familienerlebnisführer für die Probstei und das Umland" (2017)). Mit dem Blog "Mein Meer" will ich das teilen, was mir am Herzen und meiner Seele am nächsten liegt - das Meer mit allen seinen Facetten.

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