Meerwasser-Hallenbad: Auch im Winter in Ostseewasser baden

Meerwasser-Wellenbad in Eckernförde (Foto: A. Wimber)

Wenn das Wetter im Winter mal wieder zu widrig ist, um in der Ostsee zu baden, gibt es in manchen Orten eine tolle Alternative: Meerwasserschwimmhallen. In Eckernförde steht das Bad direkt am Strand und suggeriert sogar alle halbe Stunde Wellengang.

Der Blick geht hinaus auf den Eckernförder Strand und den Marinestützpunkt auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht. An diesem trüben Wintertag sind kaum Spaziergänger am Strand oder der Promenade zu sehen. Die weniger, die es bei Regen und grauem Tageslicht nach draußen getrieben hat, schauen in die erleuchteten Fenster der Meerwasserschwimmhalle. Sie steht direkt am Strand – für das Ostseeerlebnis fehlt eigentlich nur noch der Sand unter den Füßen. Stattdessen laufen die Badegäste auf weiß gekachelten Fliesen umher. Familien haben ihren Stützpunkt auf weißen Plastikliegen eingerichtet. Bunte Handtücher bewachen am Boden stehende Taschen. Eine Mutter stillt ihr Baby, während Papa mit den älteren Kindern im Kinderbecken spielt.

In der Mitte des flachen Babybeckens steht eine rot-weiß gekachelte Säule. Sie erinnert an einen Leuchtturm. Drum herum spritzt warmes Wasser aus metallenen Rohren. Ein paar Kinder fangen die Fluten mit bunten Plastikeimern auf, um das Wasser dann über Mamas Kopf wieder auszugießen. Ein Junge hat seine Schleich-Pferde mitgebracht und lässt sie durch kleine Wasserpfützen preschen.

Ein paar größere Kinder stehen an der Wasserrutsche an. Vom Einstieg in rund fünf Meter Höhe ist die Aussicht noch schöner als von der Halle aus. Links geht der Blick bis zur Borbyer Kirche, auf der anderen Seite weit in die Bucht hinein bis nach Lindhöft und Noer. Den Kindern ist das egal. Sie warten darauf, dass die Ampel auf grün springt und sie die 75 Meter lange Rutsche hinterlassen können.

In der hinteren Ecke prasselt der Regen auf die pyramidenförmige Lichtkuppel. Das Geräusch bildet einen harmonischen Einklang mit dem Blubbern des kleinen Wirlpools. Es wirkt fast einschläfernd in Kombination mit dem warmen Wasser, das um die hier Sitzenden herumwirbelt.

Ein lauter Gong reißt die Dösenden aus ihrem entspannten Dämmerzustand. Er kündigt an, dass jetzt die Wellenanlage eingeschaltet wird. Die Bademeister stellen sich auf. Sie achten darauf, dass keiner der Schwimmer der Wellenanlage zu nahe kommt. Dann kommen die Wellen. Sie branden das am Ende des rund 40 Meter langen Beckens auf die flache Nichtschwimmerzone und bringen kleine Kinder zum Jubeln, die sich von den wilden Wellen umstoßen lassen. Erwachsene lassen sich treiben. Einige tragen ihre kleineren Kinder auf dem Rücken. Ein paar Jungen und Mädchen halten sich am Beckenrand fest und lassen sich von den Wellen einen halben Meter nach oben tragen. Wie Bojen im Meer, die auf und nieder hüpfen.

Kaum ist der Wellenbetrieb vorbei – er dauert etwa zehn Minuten – dürfen die Kinder wieder vom Beckenrand springen. Sehr hoch ist es nicht. Trotzdem muss man sich erst einmal trauen! Ein Mädchen mit hellblauem Badeanzug geht lieber in die Hocke und lässt sich dann ins Becken fallen. Ein Junge dagegen nimmt Anlauf und springt mit den Füßen zuerst. Das Wasser spritzt. So geht das!, scheint sein Blick zu sagen, als er wieder auftaucht.

Nach rund zwei Stunden ist der Badeausflug vorbei. Nach dem Duschen und Haare föhnen darf es gerne noch eine Portion Pommer im Restaurant „Zwischen den Wellen“ sein, dann geht es zurück zum Auto. Das war ein toller Tag am Meer.

Meerwasser Wellenbad Eckernförde
Preußerstraße 1
24340 Eckernförde
Telefon: 04351 905-400
Internet: http://www.meerwasser-wellenbad.de

Preis: Normaltarif: 5,50 Euro bzw. 2,50 Euro (Kinder von 3 – 14 Jahren) für einen Aufenthalt von 2,5 Stunden. Die Preise variieren je nach Nutzung des Bades (etwa morgens oder schwimmen ohne Wellen).

Über Anne_Kueste 103 Artikel
Moin. Ich heiße Ann-Christin Wimber, bin Freie Journalistin, Autorin und Bloggerin. Ich schreibe seit 15 Jahren für zahlreiche Fach- und Publikumszeitschriften, betreibe das Internetportal europas-kuesten.de und habe bis dato zwei Bücher verfasst. Natürlich beschäftigen sich diese mit dem Meer im weitesten Sinne ("Meerglas - suchen, finden, bestimmen" (2014); "Familienerlebnisführer für die Probstei und das Umland" (2017)). Mit dem Blog "Mein Meer" will ich das teilen, was mir am Herzen und meiner Seele am nächsten liegt - das Meer mit allen seinen Facetten.

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